Oxime (R¹R²C=N–OH) werden in Bauprodukten insbesondere als Vernetzungsmittel in neutralvernetzenden Silikon-Dichtstoffen sowie als Anti-Skinning-Additive in Klebstoffen und lösemittelhaltigen Beschichtungen eingesetzt. Sie verhindern ein vorzeitiges Aushärten während Lagerung und Anwendung.
Das lange Zeit verbreitet eingesetzte 2-Butanonoxim (Methylethylketoxim, MEKO) ist seit März 2022 EU-weit streng reguliert. Aufgrund seiner Einstufung als krebserzeugend (Kategorie 1B) und akut toxisch (Kategorie 3) gelten Grenzwerte von 1000 ppm im Produkt sowie 1 µg/m³ am Arbeitsplatz. Ersatzstoffe wie 2-Pentanonoxim (MPKO) oder verwandte Oxime werden zunehmend eingesetzt, sind jedoch ebenfalls gesundheitlich relevant und bislang weniger umfassend untersucht.
Vor diesem Hintergrund ist eine zuverlässige analytische Quantifizierung von Oximen in Bauprodukten und deren Emissionen essenziell. Im Rahmen eines geförderten Forschungsprojekts wurden hierfür gaschromatographische Methoden mit Massenspektrometrie (GC-MS) entwickelt und validiert. Die In-can-Analytik basiert auf einer Lösemittelextraktion, bei der Parameter wie Extraktionsdauer, Temperatur und Ultraschalleinsatz optimiert wurden. Mit dem entwickelten Verfahren können Oximgehalte ab etwa 490 ppm quantitativ bestimmt sowie bis ca. 150 ppm sicher nachgewiesen werden.
Für die Bestimmung von Oximen in der Luft werden Prüfkammeruntersuchungen gemäß DIN EN 16516 und DIN ISO 16000-6 durchgeführt. Unter definierten klimatischen Bedingungen und optimierter Probenahme (≥ 10 Normliter, Multibett-Adsorption) lassen sich Oximkonzentrationen von etwa 0,85 µg/m³ zuverlässig quantifizieren; Nachweise sind bis in den ng-Bereich möglich. Die entwickelten Verfahren ermöglichen damit eine sichere und praxisnahe Bewertung von Bauprodukten sowohl im Hinblick auf regulatorische Anforderungen als auch auf strengere Umwelt- und Gesundheitskriterien.
Unser Dank gilt dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der VDI/VDE Innovation und Technik GmbH für die Förderung des ZIM Projektes mit dem Förderkennzeichen EP201285.
Ihr Ansprechpartner am iLF Magdeburg:
Frau Dr. Ute Holzhausen
Tel.: +49(0)391 6090-238
E-Mail:ute.holzhausen@ilf-magdeburg.de

Oxime (R¹R²C=N–OH) werden in Bauprodukten insbesondere als Vernetzungsmittel in neutralvernetzenden Silikon-Dichtstoffen sowie als Anti-Skinning-Additive in Klebstoffen und lösemittelhaltigen Beschichtungen eingesetzt. Sie verhindern ein vorzeitiges Aushärten während Lagerung und Anwendung.
Das lange Zeit verbreitet eingesetzte 2-Butanonoxim (Methylethylketoxim, MEKO) ist seit März 2022 EU-weit streng reguliert. Aufgrund seiner Einstufung als krebserzeugend (Kategorie 1B) und akut toxisch (Kategorie 3) gelten Grenzwerte von 1000 ppm im Produkt sowie 1 µg/m³ am Arbeitsplatz. Ersatzstoffe wie 2-Pentanonoxim (MPKO) oder verwandte Oxime werden zunehmend eingesetzt, sind jedoch ebenfalls gesundheitlich relevant und bislang weniger umfassend untersucht.
Vor diesem Hintergrund ist eine zuverlässige analytische Quantifizierung von Oximen in Bauprodukten und deren Emissionen essenziell. Im Rahmen eines geförderten Forschungsprojekts wurden hierfür gaschromatographische Methoden mit Massenspektrometrie (GC-MS) entwickelt und validiert. Die In-can-Analytik basiert auf einer Lösemittelextraktion, bei der Parameter wie Extraktionsdauer, Temperatur und Ultraschalleinsatz optimiert wurden. Mit dem entwickelten Verfahren können Oximgehalte ab etwa 490 ppm quantitativ bestimmt sowie bis ca. 150 ppm sicher nachgewiesen werden.
Für die Bestimmung von Oximen in der Luft werden Prüfkammeruntersuchungen gemäß DIN EN 16516 und DIN ISO 16000-6 durchgeführt. Unter definierten klimatischen Bedingungen und optimierter Probenahme (≥ 10 Normliter, Multibett-Adsorption) lassen sich Oximkonzentrationen von etwa 0,85 µg/m³ zuverlässig quantifizieren; Nachweise sind bis in den ng-Bereich möglich. Die entwickelten Verfahren ermöglichen damit eine sichere und praxisnahe Bewertung von Bauprodukten sowohl im Hinblick auf regulatorische Anforderungen als auch auf strengere Umwelt- und Gesundheitskriterien.
Unser Dank gilt dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der VDI/VDE Innovation und Technik GmbH für die Förderung des ZIM Projektes mit dem Förderkennzeichen EP201285.
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